Schachclub erfolgreich in die Saison gestartet
19.10.2010
Tauberbischofsheim gewinnt 4,5:3,5 gegen Sandhausen
Tauberbischofsheim. Das Eröffnungsmatch der neuen Saison der Schach-Landesliga
in
Sandhausen verlief äußerst spannend. Nach 2 ½ Stunden Spielzeit sah es ziemlich
schwarz
für die Tauberbischofsheimer Crew aus. Der Vereinsvorsitzende Gerhard Müllner
lief bei der
selten gespielten Larsen-Eröffnung auf Brett 6 in eine Falle seines Kontrahenten
Dr.
Hoffmann und konnte sich aus dem Mattnetz nicht mehr befreien. Bei den übrigen 7
Begegnungen sah es zu diesem Zeitpunkt in der Summe eher ungünstig aus, weil nur
in
einer Partie Vorteile sichtbar waren, während zwei Spieler aus TBB positionelle
Nachteile
hatten.
Die Situation drehte sich dann aber nach knapp 4-stündiger Spielzeit, als Helmut
Kaiser auf
Brett 4 nach scharfem Spiel mit heterogenen Rochaden gegen Claus Sauter eine
Figur
erobern und mit dem Sieg den Spielstand egalisieren konnte. Kurze Zeit später
gelang es
Peter Meier auf Brett 5 den nominell nach Wertungspunkten deutlich stärkeren
Gegner mit
einem sehenswerten Kombinationswirbel in die Knie, d.h. zur Aufgabe zu zwingen.
An Brett 2 hatte es Thomas Heinrich mit Andreas Jansen zu tun. Dieser ist kein
Unbekannter
für die Tauberbischofsheimer. Jansen hatte nämlich vor Jahren während seiner
Bundeswehrzeit in Tauberbischofsheim die Stadtmeisterschaft errungen. Das Spiel
wogte
hin und her, wobei der Sandhausener ein Remis-Angebot von Heinrich kurz vor der
Zeitkontrolle ausschlug. Dies sollte sich allerdings rächen. In sehr
komplizierter Stellung
gelang es Thomas Heinrich, bei hohem Risiko für die eigene Stellung den
Bauernwall vor
dem König aufzubrechen und behielt schließlich bei dem Schlagabtausch die
bessere
Übersicht und brachte damit den vollen Punkt nach Hause.
Die Partei von Dr. Rolf Faulhaber gegen den Sandhausener Dieter Riegler war in
der
Königsindischen Verteidigung positionell angelegt, gewann aber mit der Zeit
immer mehr an
Schärfe. Riegler wehrte einen Angriff auf dem Königsflügel erfolgreich ab und
startete mit
dem Angebot eines Figurenopfers, das Dr. Faulhaber aber besser nicht annahm,
einen
Gegenangriff. Schließlich einigten sich die beiden Kontrahenten auf ein
leistungsgerechtes
Unentschieden.
Damit führte TBB 3,5:1,5 und es musst nur noch ein Punkt für den Mannschaftssieg
errungen werden.
Mathias Kienzler befand sich auf Brett 7 nach einem Bauernverlust schon auf der
Verliererstraße. Der König war unbeweglich eingekeilt und sein Gegner, Felix
Jaeschke, war
kurz vor der Verwandlung des Bauern in eine Dame auf der letzten Reihe. Da
machte sich
der Tauberbischofsheimer zunutze, dass er mit dem verbliebenen Turm Schach geben
konnte. Nachdem der Sandhausener seinen König nicht verstecken konnte, war mit
dem
Schlagen des Turmes die Partie patt und damit remis.
Nachdem mit 4 Punkten das Unentschieden im Mannschaftskampf bereits gesichert
war, bot
Tobias Kaiser an Brett 8 mit einem Bauer mehr seinem Gegner Viktor Wall das
Remis an,
das dieser sofort annahm. Damit war der Mannschaftssieg mit 4,5 Punkten
gesichert.
Der Ausgang der Partie am Spitzenbrett zwischen Elmar Kaiser und Benno Jaeschke
beeinflusste damit nur die Höhe des Sieges. Die beiden Spieler kämpften die
Partie bis zum
Ende der 6-stündigen Spielzeit zäh und verbissen aus mit dem glücklicheren Ende
für den
Sandhausener. Der hatte im Mittelspiel eine Qualität, d. h. einen Turm gegen
einen Läufer
geopfert, gewann im Gegenzug allerdings zwei Bauern. Seine zwei Läufer erwiesen
sich
letztlich im Verbund mit den zwei Mehrbauern gegen Turm und Läufer als stärker,
so dass
am Ende der Spielzeit Elmar Kaiser die Waffen strecken musste. Damit war der
Endstand
von 4,5:3,5 erreicht.
Die zweite Mannschaft konnte auf Grund von Spielerausfällen statt mit 6, nur mit
4 Mann
gegen Buchen-Walldürn antreten. Da gab es keinen „Blumentopf“ mehr zu gewinnen.
Lediglich Thomas Leimbach konnte einen Punkt erzielen. Die
Bezirklassen-Begegnung
endete damit 1:5 aus Tauberbischofsheimer Sicht.
Am Donnerstag werden beim Spielabend im Sichart-Stüble des
Johannes-Sichart-Hauses
die Partien analysiert. Auch andere Schachspieler sind dabei als Kiebitze
willkommen.
GM