Schachfreunde wieder in der Erfolgsspur            30.01.2013

Tauberbischofsheim. Nach der unglücklichen Niederlage in der vorletzten Runde haben die Schachfreunde Tauberbischofsheim vergangenen Sonntag im Auswärtsspiel gegen Reilingen mit einem überzeugenden 5,5:2,5 Sieg wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden.

Da die Kreisstädter erstmals in dieser Saison in Bestbesetzung antreten konnten, fuhren sie als leichter Favorit in die Kurpfalz. Allerdings war die Begegnung lange Zeit sehr ausgeglichen. So konnte Günter Brix mit den weißen Steinen seinen Anzugsvorteil nicht nutzen und einigte sich, nachdem er in der Eröffnung keine Vorteile herausgeholt hatte, mit seinem Gegner Sturm auf ein frühes Remis. Vereinsvorsitzender Gerhard Müllner kam dagegen sehr gut aus der Eröffnung, übersah aber leider die Möglichkeit, die Dame seiner Gegnerin Chernov zu gewinnen. Als diese auch noch Gegenspiel am Damenflügel bekam, entschloss er sich, durch eine Zugwiederholung ein Remis zu erzwingen.

Zwischenzeitlich waren Matthias Kienzler und Peter Meier in Materialrückstand geraten, so dass sogar eine Mannschaftsniederlage drohte. Zunächst konnte indessen Thomas Heinrich am zweiten Brett gegen Diosu seine gute Form bestätigen und die Taubertäler in Führung bringen. Nach einer grünfeldindischen Verteidigung übernahm er im Mittelspiel die Initiative, ging zum Gegenangriff über und stellte eine nicht mehr abwehrbare Mattdrohung auf. Auch Matthias Kienzler ließ sich von dem Verlust eines Bauern nicht irritieren, sondern leitete mit einem Figurenopfer einen unwiderstehlichen Königsangriff ein, so dass sein Gegner Islinger sich geschlagen geben musste. Am Spitzenbrett hatte Elmar Kaiser gegen Wühl leiche Vorteile und lehnte daher ein Remisangebot seines Gegners ab. In Zeitnot übersah er jedoch eine taktische Drohung und handelte sich nach dem Verlust eines Turmes eine unnötige Niederlage ein. Für die Vorentscheidung sorgte der erstmals in dieser Situation zum Einsatz kommende Rolf Faulhaber. Dieser konnte am vierten Brett in einer französischen Verteidigung seine Eröffnungsproblem früh lösen. Nach einer Unachtsamkeit seines Gegners Kneis gewann er sogar eine Figur, wehrte alle dessen Versuche ab, nochmals ins Spiel zu kommen, und konnte somit einen vollen Punkt einfahren.

Beim Zwischenstand von 4:2 für die Taubertäler bewies Peter Meier seinen Kampfgeist. In deutlich schlechterer Stellung wickelte er in ein Springerendspiel ab, das er weit besser als sein Gegner Heidarnezhad behandelte. Als der letzte Bauer geschlagen war, war eine Remis-Stellung erreicht und der Mannschaftssieg sichergestellt. Nun kämpfte nur noch Helmut Kaiser am dritten Brett gegen den erfahrenen Reilinger Kettner. Jener war an sich aufgrund seiner Wertungszahl der Favorit und wollte unbedingt gewinnen. Kaiser verteidigte sich aber geschickt, setzte seinen Gegner sogar unter Druck und konnte in einem komplizierten Endspiel seinen Bauern als Erster in eine Dame umwandeln. Nach fast sechsstündiger Spielzeit musste Kettner dem Tauberbischofsheimer Mannschaftsführer zum Sieg gratulieren.

Damit liegen die Kreisstädter in der neu formierten Landesliga nach der Runde 5 (von9) wieder auf einem sehr aussichtsreichen dritten Tabellenplatz.

rf