Erinnerungen an die Blütezeit     FN 25.10.2022

Schachclub Tauberbischofsheim: Verein feierte sein 75-jähriges Bestehen. Rückblick in die sportliche Geschichte

Der Schachclub Tauberbischofsheim blickte im Rahmen eines kleinen Festakts im Gasthof Grüner Baum in Dittigheim auf sein 75-jähriges Bestehen zurück.

Gegründet im Jahr 1947 konnte der Verein eine rasch steigende Zahl an schachinteressierten Mitgliedern gewinnen, so dass bereits 1949 auch am Turnier- und Ligabetrieb teilgenommen werden konnte. In den folgenden Jahren spielte man sich über die Bereichsliga Nord in die Landesliga Nord und schließlich in den 1980er Jahren in die Verbandsliga Nordbaden nach oben.

Höhen und Tiefen

Auch die Ausrichtung zweier Schachkongresse (1984 und 1997) fiel in diese Blütezeit. Dabei versammelten sich mehrere hundert Schachspieler aus ganz Baden um sich in verschiedenen Leistungskategorien mit Auf- und Abstiegsmöglichkeiten zu messen. Im sogenannten Meisterturnier wurde der Beste des Landes gekürt. In diese Zeit fällt auch die Kontaktaufnahme mit dem Schachklub Duderstadt, welcher sich im Rahmen der Städtepartnerschaft entwickelte und fast 40 Jahre Bestand hatte.

Auf diesem schachsportlichen Höhepunkt der Vereinsgeschichte, als man zeitweise 3 Mannschaften stellte, kam es dann aber auch zu Differenzen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der ersten Mannschaft, so dass man sich nach dem Weggang starker Spieler schnell zwei Klassen tiefer wieder fand.

Die letzten 25 Jahre des Vereins sind durch Kontinuität geprägt. Gefolgt von einem langsamen, aber stetigen Rückgang. Seit 20 Jahren spielt die erste Mannschaft fast immer in der gleichen Besetzung. Die meiste Zeit war man in der Landesliga. Zwischendurch gab es mal einen Abstieg, aber auch einen Aufstieg in die Verbandsliga.

Wie Vorsitzender Mathias Kienzler in seinem Festvortrag feststellte, ist die Gewinnung neuer Mitglieder schwierig. Das Internet und die Computerspiele seien eine starke Konkurrenz zum Schach "face-to-face". Hinzu seien in den letzten beiden Jahren Einschränkungen durch Corona gekommen.

"So konnten wir dieses Jahr nur eine Mannschaft stellen. Teilweise konnte die nicht vollständig antreten und nun sind wir abgestiegen in die Bereichsliga. Die weitere Zukunft ist ungewiss.Schach ist ein Denksport, es ist kein Zuschauermagnet, weil die Spieler ihre Züge gründlich überlegen. Trotzdem hoffen wir, dass wir auch in Zukunft genügend Spieler finden, die bereit sind Schach zu spielen", so Kienzler.

Im Anschluss an den Festvortrag übernahm der Vorsitzende zusammen mit Steffen Piechot, Sportdirektor Badischer Schachverband, die Ehrung langjähriger Mitglieder. Hier wurden Helmut Kaiser, Gerhard Müllner und Günter Brix für 50-jährige Mitgliedschaft mit der Goldenen Treunadel und Ehrenurkunde des Badischen Schachverbands ausgezeichnet. Es folgten Glückwünsche des Badischen Sportbundes Nord und Sportkreises Tauberbischofsheim durch Armin Schaupp sowie von der Bezirksleiterin des Schachbezirks Odenwald Arinna Riegel. Abschließend fand dann die Siegerehrung der letzjährigen Vereinsmeisterschaft statt, welche Thomas Heinrich vor dem Zweitplazierten Günter Brix für sich entschieden hatte.

(siehe auch Jubiläum)